Nicht mutlos werden

Voller Trauer und mit großer Erschütterung hören wir hier in Würzburg von dem Anschlag in Berlin. Ausgerechnet ein Weihnachtsmarkt, ausgerechnet neben der Gedächtniskirche, diesem wunderbaren, durch blaue Glasfenster geprägten Raum, in dem Christus segnend die Arme ausbreitet. Ausgerechnet an einem Ort der Heiterkeit und Vorfreude wie einem Weihnachtsmarkt.

Wir sind in Gedanken bei den Opfern, die an diesem Montag im Advent ihr Leben verloren und bei den Verletzten, bei allen Familien, die voller Trauer, Schrecken und Angst um ihre Angehörigen sind. Viele Menschen beten für die Besucherinnen und Besucher des Marktes, die Opfer eines schrecklichen Anschlages wurden.

In dieser Situation sollten wir nicht mutlos werden. Im Gegensatz zu todesverliebten Fanatikern und Extremisten verschiedenster Herkunft haben wir etwas, für das es sich einzutreten lohnt. Wir leben in Freiheit, wir achten einander und schätzen unser offenes Gemeinwesen, gerade auch hier in Würzburg. Wir treten für unsere Werte von Demokratie, Menschlichkeit, Achtung der Rechtsordnung und eine offenen Gesellschaft ein.

Als Christinnen und Christen feiern wir in diesen Tagen Weihnachten. Wir vergegenwärtigen uns, dass Gott Mensch wird. Er kommt zu uns herunter, um unser Leben zu teilen und uns Menschlichkeit zu lehren, Güte und Freundlichkeit. Das ist nicht leicht durchzuhalten in unserer unübersichtlichen Welt. Aber es ist doch besser, Zeichen für Menschlichkeit zu setzen, als dem Hass und dem Extremismus Raum zu geben.

Dr. Edda Weise, Dekanin