Stabwechsel in der Bürgerstiftung

Harmonischer Neuanfang in der Evangelischen BürgerStiftung: 3. Vorsitzender Othmar Wagner, 2. Vorsitzender Andreas Klaeger, 1. Vorsitzende Dekanin Edda Weise, Kuratoriumsmitglied Pfarrer Werner Schindelin und Kuratoriumsmitglied Herbert von Golitschek.

Pfarrer Werner Schindelin und Verwaltungsgerichtspräsident a.D. Herbert von Golitschek wechseln vom Vorstand in das Kuratorium der Evangelischen BürgerStiftung

Verruchte Musik am frommen Ort – unlängst erklang der schmissige „Höllen-Cancan“ aus Jacques Offenbachs bekannter, 1858 in Paris uraufgeführter  Operette „Orpheus in der Unterwelt“ in der evangelischen Dekanatskirche St. Stephan. Der Anlass: Dekanin Edda Weise hatte die Stifter der 2000 gegründeten „Evangelischen BürgerStiftung im Dekanat Würzburg“ zur alljährlichen Stifterversammlung eingeladen. Eine Woche nach der letzten Vorstellung der gesellschaftskritischen Operette in der Hochschule für Musik verzauberten Renate Drach und Birgit Hutzel vom Höchberger Duo „Mini-Klassiker“ die Stifter der gemeinnützigen, mildtätige und kirchliche Zwecke verfolgenden Stiftung mit alten und modernen Melodien.

Vergnügen bereitete der gut besuchten Stifterversammlung auch der Beschluss der Jahresrechnung 2016. Am 31. Dezember 2016 betrug das Grundstockvermögen der Evangelischen BürgerStiftung rund 380.000 Euro. In den Genuss der Ausschüttung in Höhe von 13.000 Euro kamen im vergangenen Jahr zwei Projekte: eine auf Sylt veranstaltete Jugendfreizeit der Kirchengemeinde Ochsenfurt, das auf große Resonanz stoßende Projekt „Fremde Heimat Deutschland“ des Rudolf-Alexander-Schröder-Hauses, das Projekt „Instrumentenkarussell“ der Dekanatsmusikschule, die Unterstützung des Würzburger Krisendiensts “Telefonberatung im Tagesdienst“, die Anschaffung von „biblischen Erzählfiguren“ für die Kirchengemeinde St. Paul, die Werbekosten für die Ausstellung „Wege zum Himmel“ des Eisinger Künstlers Björn Hauschild, die Beratung Arbeitsloser der Arbeitslosenberatung WAT, ein Zuschuss für die Christophorus Gesellschaft und die Tagung der Arbeitslosenberatung „Info-Frühstück ALG II“.

Wie schon 2016 beschloss die Stifterversammlung auch für 2017 eine Ausschüttung in Höhe von 13.000 Euro. Nach der Vorstellung der Projekte durch die Mitglieder des Kuratoriums entschied sich die Stifterversammlung, 2017 13  Projekte zu unterstützen: die Drucklegung der Magisterarbeit „Entwicklung der Israelitischen Kultusgemeinde in Würzburg zwischen 1945 und 1992/96“, die Durchführung des Schulwettbewerbs „#SchriftTrifftFilm“ zum Reformationsjubiläum, das Reformationsjubiläum in der Kirchengemeinde Remlingen, die Wohnungsvermittlung der Christophorusgesellschaft, die Durchführung eines Töpferkurses in der Wärmestube, die Anschaffung des von Björn Hauschild geschaffenen Triptychons “Seesturm oder wo ist euer Glaube“ durch die Kirchengemeinde Eisingen, den neuen Kinderchor der Kirchengemeinde St. Paul, das von der Christophorus Gesellschaft durchgeführte Projekt „Aufbau eines interkulturellen Teams in der Bahnhofsmission“, die Beschäftigung eines Sprachmittlers in der Flüchtlingsberatung, die Einrichtung eines Notfallfonds für neue Waschmaschinen zugunsten Bedürftiger, die Förderung der im Evangelischen Beratungszentrum angebotenen Eheberatung und Paarkommunikation, die Überbrückungsfinanzierung von Ehrenamtspauschalen und Fahrtkosten der Brauchbar GmbH und die Mehrkosten für die künstlerisch gestaltete Glastüranlage des Bonhoeffer-Gemeindehauses in Höchberg. 

Zu Ende ging eine Epoche, als turnusgemäß nach fünf Jahren die Neuwahl des Vorstands der Evangelischen Bürgerstiftung anstand. Während Dekanin Edda Weise qua Amt dem Vorstand als 1. Vorsitzende angehört, schieden der bisherige 2. Vorsitzende Pfarrer Werner Schindelin und der bisherige 3. Vorsitzende Herbert von Golitschek, Präsident des Vewaltungsgerichts Würzburg a.D., aus dem Vorstand aus. Schindelin erinnerte an die Anfänge der Stiftung 2001. Damals habe man mit 40 Stiftern und 200.000 Euro Stiftungskapital begonnen. Leider sei das damalige Stiftungsziel mit einem angepeilten Stiftungskapital in Höhe von einer Million DM und einer jährlichen Ausschüttung von 50.000 Euro bisher nicht erreicht worden. Dennoch sei er dankbar, dass jährlich zehn bis 15 Projekte und bisher insgesamt rund 300 Projekte im kirchlichen, seelsorgerlichen, künstlerischen und sozialen Bereich gefördert worden seien. Auch wenn er das Amt nun in jüngere Hände lege, sei er gerne bereit, der Stiftung auch weiterhin als Mitglied des Kuratoriums verbunden zu bleiben. Die Stifter würdigten Schindelins Engagement mit nachhaltigem Applaus.

Der Neuanfang in Vorstand und Kuratorium der Evangelischen BürgerStiftung vollzog sich äußerst harmonisch: Zu Schindelins und Golitscheks Nachfolgern im Vorstand wurden einstimmig Andreas Klaeger, der Geschäftsführer des Evangelischen Kirchengemeindeamts Würzburg, und Diplom-Psychologe Othmar Wagner, langjähriger Mitarbeiter am Evangelischen Beratungszentrum Würzburg (EBZ) der Diakonie Würzburg gewählt.  Im Gegenzug wählte die Versammlung Schindelin und Golitschek einstimmig in das Kuratorium der BürgerStiftung. Abschließend dankte Dekanin Edda Weise den Stifterinnen und Stiftern für ihre Unterstützung und die engagierte, zielorientierte Diskussion.